Einwohner: 338
Fläche: 913 ha
| Name: Bernd Heinicke Straße: Kyllweg 3 |
St. Thomas liegt an der Eifelbahnstrecke Trier - Köln und ist von großer Bedeutung innerhalb der "Kyllburger Waldeifel" mit ihren vielfältigen Naturschönheiten und Baudenkmälern.
An der Einmündung des Heilenbachs in die Kyll lebten schon im 10. Jahrhundert sog. "Waldschwestern", die sich kleine Hütten gebaut hatten Diese Ansiedlung trug den Namen "Erlesbura". Der Name wurde nach rund 200 Jahren geändert, nachdem der Erzbischof Thomas Becket in der Kathedrale von Canterbury in England am 29. Dezember 1170 ermordet worden war. Bereits 3 Jahre später wurde der Märtyrer, der die Rechte der Kirche gegen den Anspruch des Königs verteidigt hatte, heilig gesprochen. Einige Jahre später, 1180, gründete Ludwig von Deudesfeld das Kloster St. Thomas als Zisterzienserinnenabtei.
Es darf angenommen werden, dass das 1162 von Bernhard von Clairvaux gegründete Eifelkloster der Zisterzienser im nahe gelegenen Himmerod mit im Spiel war, als man wenige Jahre nach der Heiligsprechung von Thomas Becket, 1173, zu seinen Ehren im Kylltal oberhalb von Kyllburg eine Kapelle errichtete. Der Bienenkorb im Wappen verweist auf Bernard von Clairvaux und das Schwert auf Thomas Becket, weil er durch das Schwert getötet worden ist.
Die 1222 eingeweihte Abteikirche und das um sie entstandene Dorf trugen und tragen als einziger Ort in Deutschland bis heute den Namen Thomas Becket.
St. Thomas wurde die erste Frauenabtei des Zisterzienserordens, eine Adeligen - Abtei. Gemäß den Regeln des Ordens gibt es in der Kirche keine besondere Ausschmückung. Die Kirche liegt typischerweise in einem Wiesengrund mit fließendem Wasser, mit einer Rosette in der Westfassade und mit einem Dachreiter statt eines Turms. Die Empore der Ordensschwestern erstreckt sich über die Hälfte des Schiffes. Der gesamte Kirchenraum diente als Beerdigungsstätte für die Äbtissinnen und auch für Wohltäter wie Rudolf von Deudesfeld und Agnes von Malberg, die beide dem Kloster ausgedehnte Ländereien geschenkt hatten.
Durch ein Feuer wurde das Klostergebäude im jahre 1742 zerstört. Die Kirche konnte gerettet werden. Das heutige Klostergebäude wurde im Jahre 1744 im Barockstil neu errichtet.
Im Jahre 1802 wurde das Kloster säkularisiert und die Ordensschwestern mussten St. Thomas verlassen. Das Kloster wurde von Baron Veyder, Malberg, ersteigert. Es gelangte dann ins Eigentum des Bistums Trier.
Von 1909 bis 1942 bewohnten Franziskaner das Kloster. Daran erinnern noch das Relief über dem Haupteingang (Franziskus predigt den Tieren) und der Name "Pater-Odorikussaal".
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das "Kloster", wie es immer noch genannt wird, als Bildungsstätte für kirchliche Dienste benutzt und besteht bis heutzutage fort.
Von 1957 bis 1974 beherbergte es auch die Kath. Landvolkhochschule des Bistums Trier. Sie hat seither ihren Standort auf dem Stiftsberg Kyllburg.
Zu St. Thomas gehört noch der Ortsteil Bruderholz, nördlich in etwa 500 m Höhe gelegen. Bruderholz war früher ein Hofgut des Klosters. Die Bewohner von Bruderholz haben 1972 eine Kapelle gebaut, einen Rundbau neben einem Weiher.
Ein weiterer Ortsteil von St. Thomas ist St. Johann. St. Johann liegt 2,5 km nördlich von St. Thomas am östlichsten Kyllufer. Die dortige Wallfahrtskapelle wird bereits 1380 erwähnt. Das Johannesgut gehörte früher zum Eigentum der Burg Seinsfeld.
St. Thomas heute:
In der ehemaligen Dorfschule, jetzt Gemeindehaus, ist die Kath. öffentliche Bücherei untergebracht.
Gasthäuser, Pensionen sind für ihre Gastlichkeit bekannt.
An der Strasse Richtung Densborn liegt das Sägewerk Aloys Enders.
Die Chorgemeinschaft der Kirchengemeinde, bestehend aus Chor und Bläsergruppe, gestaltet nicht nur die Gottesdienste mit, sondern erfreut auch durch eigene Konzerte.
Die Freiwillige Feuerwehr mit ihren jüngeren und älteren Mitgliedern ist erprobt und bewährt. Bereitwillig übernimmt sie auch Ordnungsdienste bei Prozessionen.
Die Kath. Kirchengemeinde bietet regelmäßig sonn- und freiertags um 10:00 Uhr sowie an den meisten Werktagen eine Meßfeier an.
Seit 1986 besteht zwischen der Kirchen - und Zivilgemeinde St. Thomas und der burgundischen Gemeinde Pontigny eine Partnerschaft. Die Gründung geht darauf zurück, das Thomas Becket vor 1170 in der großen Zisterzienserabtei in Pontigny Zuflucht gefunden hatte, nachdem ihn der englische König den Aufenthalt in England untersagt hatte.
In diesem Zusammenhang darf dankbar vermerkt werden, dass die Zivilgemeinde und die Kirchengemeinde St. Thomas in gutem Einvernehmen ihre jeweiligen Aufgaben erfüllen.
Eine neue Errungenschaft ist der Naturerlebnispfad. Er beginnt im Klosterbering bei den Weihern und führt dann entlang dem Heilenbach bergan, vorbei an ausführlichen Hinweistafeln und auch
In Grün ein goldener Bienenkorb, darüber ein rechts gewendetes, silbernes Schwert mit goldenem Griff.
St. Thomas führt den Namen des Bischof und Märtyrers Thomas Becket. Das Schwert ist das Zeichen von St. Thomas Becket. Zugleich war er auch Patron des um 1185 gegründeten Zisterzienserklosters. Diese Klostergründung prägte den Ort. Seit der Neugründung des Zisterzienserordens hat der heilige Bernhard von Clairvaux das kirchlich-religiöse Leben maßgelich beeinflußt und selbst 68 Klöster gegründet, darunter das benachbarte Himmerod, dessen Jurisdition die Abtei St. Thomas unterstand. Sein Zeichen, der Bienenkorb, ist übernommen, da St. Thomas über Jahrhunderte durch das Zisterzienserkloster weithin geprägt und gestaltet wurde. Die grüne Schildfarbe ist Hinweis auf die Lages des Ortes inmitten grüner Waldungen.
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